Die Rockies und der Norden British-Columbias

Wir sind nun im letzten unserer 6 Bundesstaaten angelangt, in British Columbia:
Vorweg moechten wir mal die hier ueberall in Kanada herrschende Gastfreundschaft erwaehnen:

Egal ob im Restaurant, im Supermarkt, auf der Tankstelle, in den Unterkuenften, …  es gibt sogar Leute die wildfremden Touristen ihr Haus ueberlassen, aber dazu spaeter mehr.

Am Samstag haben wir Calgary verlassen und sind zum Banff Nationalpark aufgebrochen. Aufgrund des langen Wochenendes der Kanadier (am Montag war Victoria Day) war dementsprechend einiges los. Die Ortstadt Banff  war leider total ueberlaufen, weshalb wir nur durchspazierten und anschliessend nach Lake Louise weiterfuhren. Der See war noch zugefroren und wurde von hunderten japanischen und indischen Touristen belagert – und wir dachten in den Rocky Mountains wuerde es einsamer und ruhiger sein ;-)

Bei der Touristeninfo in Lake Louise haben wir dann vergebens versucht ein Zimmer zu finden – im gesamten Nationalpark waren saemtliche Unterkuenfte belegt – ausgenommen die 300 Dollar-aufwaerts-Kategorien. Die nette und hilfsbereite Dame dort, Lucy, betreibt selbst ein Gaestehaus in Field, aber auch das war komplett ausgebucht. Ueberraschenderweise bot sie uns an, die Nacht in ihrem Haus im Gaestezimmer zu verbringen und wir nahmen dankend an.

Zum Abendessen hatte Lucy uns die Emerald Lake Lodge (auch dieser See war noch zugefroren) empfohlen, wo uns der uebereifrig motivierte Kellner Jordan bediente und wir ein Weilchen mit einem weiteren Gast plauderten, der uns einiges ueber Vancouver Island (unser naechstes Ziel) berichtete.

Danach ging’s nach Field. Das Bergdorf mit etwa 300 Einwohnern befindet sich im Yoho Nationalpark. Lucy erwartete uns bereits, zeigte uns ihr Haus und meinte einfach nur das sie nun weg muesse und erst sehr spaet wieder nach Hause kommen wurde, wir es uns aber einfach gemuetlich machen und wie Zuhause fuehlen sollen – was uns in ihrem gemütlichen Heim nicht schwer fiel – so gut wie in dieser Nacht hatte ich schon lange nicht mehr geschlafen.

Am naechsten Morgen ging’s nach dem Fruehstueck ueber den Icefields Parkway weiter in Richtung Jasper Nationalpark. Am Saskatchewan Crossing bogen wir etwa 50 km in Richtung Osten in den Highway 11 ab, dort befindet sich naemlich der Standort von Icefield Helicopter Tours. Wir entschieden uns fuer die Wilson Icefield Discovery Tour, bei welcher wir rund 30 Minuten lang 6 Gletscher und das Wilson Icefield aus rund 3.200 m Hoehe erforschten.

Kanada-Reise 2008 - Heli-Flug Teil 2

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Leider begann es während des Fluges zu Regnen und durch den Wind wurde es etwas holprig, aber Chef-Pilot Ralph brachte uns sicher wieder nach unten. Der Heli-Rundflug ist zwar nicht besonders billig, aber jeden Cent wert, die Aussicht vom Helikopter auf die Rockies ist gigantisch.

Kanada-Reise 2008 - Heli-Flug Teil 3

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Danach ging’s wieder zurueck auf den Icefieldsparkway zum naechsten Zwischenstop, dem Columbia Icefield . Dort wird man mit einem speziellen Bus zum Athabasca Gletscher gebracht und kann dort ca. 15 Minuten auf dem Eisfeld herumspazieren. Die 40 Dollar pro Person die wir dafuer berappten waren das ganze Spektakel eigentlich nicht wert, dazu kam noch das einem die Busfahrt zum Gletscher dank einer groesseren Gruppe japanischer Jugendlicher so vor kam als wuerde man im Partybus nach Mallorca sitzen. Aber gut, somit haetten wir das auch gesehen.

Die letzte Station am Sonntag war Jasper, auch hier waren natuerlich alle Unterkuenfte bereits ausgebucht. Alle Unterkuenfte? – nein, ein einziges Zimmer im Jasper Inn leistete dem Massentourismus Widerstand und war noch frei.
Was fuer ein Glueck wir doch hatten: das Zimmer  befand sich im Keller, die Nacht wurde von Geraeuschen wie tropfendem und fliessendem Wasser begleitet und es bildete sich ein Wasserfleck auf der Zimmerdecke – aber gut, wenigstens kostete uns das Zimmer aufgrunddessen 24 Dollar weniger ;-)

Montag ging’s nach dem Fruehstueck zum Whistler’s Mountain wo man mit einer Seilbahn, in welche sie an die 30 Personen hineinquetschen,  2.277 m auf den Berg hinauffahren kann. Der Ausblick der sich dort oben bietet ist spektakulär: 6 Gebirgszüge, Gletscherseen, Alberta’s längster Fluß – der Athabasca River, und natürlich auch auf Jasper Town kann man von hier oben sehen.

Danach fuhren wir weiter zum Maligne Lake, welcher (was fuer eine Ueberraschung) auch noch zugefroren war – schade, eine Bootstour nach Spirit Island (eines der Wahrzeichen der kanadischen Rockies) fiel somit ins Wasser. Deshalb beschlossen wir den Nationalpark zu verlassen und weiterzufahren, und zwar am Highway 16 durch den Mount Robson Provincialpark (der Mount Robson ist mit 3954 m der hoechste Berg der kanadischen Rockies) bis nach McBride.

Das 600-Einwohner-Dorf wirkte bei dem strömenden Regen leider ausgestorben und trostlos, deshalb besorgten wir unser Abendessen aus dem Supermarkt und kehrten zum Hotel zurück, wo wir den Ausblick aus unserem Zimmerfenster genossen … auf einen Schrottplatz ;-)

Dienstag war das Wetter dann dermassen schlecht und auch die Landschaft alles andere als schoen und interessant (Regen, Regen, Regen, …) sodass wir knapp 700 km bis nach Terrace zuruecklegten (an dieser Stelle ein Kompliment an meinen Chauffeur!!!  – denn die Hoechstgeschwindigkeit hier in Kanada betraegt standardmaessig 100 km/h – in ganz seltenen Faellen sogar 110 km/h und des oefteren (vor allem in den Parks wo Wildtiere herumlaufen) zwischen 70 und 90 km/h – und wenn es dann auch noch wie aus Kuebeln schuettet macht das lange Fahren nicht besonders viel Spass).

In dieser Kleinstadt befinden sich rd. 4 Motels – ratet mal …. ALLE! ausgebucht – warum, haben wir leider nicht in Erfahrung bringen koennen.

Wir hatten also 2 Moeglichkeiten:

  • zur naechstgelegenen Stadt, sprich 200 km zurueck nach Smithers zu fahren oder 150 km weiter nach Prince Rupert zu fahren
  • auf einem Campingplatz im Auto zu übernachten.

Das Ergebnis: Campingplatz,  Harald wollte nicht noch eine weitere Stunde mit fahren verbringen.

Gluecklicherweise hatten wir uns fuer alle Faelle aus dem Kellerzimmer in Jasper Polster und Decke „geborgt“, welche sich nun als sehr nuetzlich erwiesen hatten –  trotzdem war es bei knapp 2 Grad eiskalt im Auto. Allerdings war das Campingplatz-Gelände wunderschön, mittendrin in einem Wald gelegen, und die Duschen waren wesentlich sauberer als das Badezimmer in unserer Unterkunft am Tag zuvor.

Gestern fuhren wir dann weiter nach Prince Rupert. Die Ankunft hier war eigentlich erst fuer Samstag geplant, weshalb wir nun die Faehrfahrt nach Vancouver Island (welche fuer Sonntag reserviert war) auf Freitag vorverlegt haben – somit stehen uns auf Vancouver Island 2 Tage mehr zur Verfuegung.

Hoffentlich bessert sich das Wetter denn hier in Prince Rupert ist es eiskalt und es regnet in unregelmaessigen Abstaenden (kein Wunder, so knapp vor Alaska ;-) – bei 15 Stunden die wir morgen auf der Faehre verbringen waere schoenes Wetter schon angenehmer.

Derzeit haben wir aufgrund des Wetters allerdings nicht viele Moeglichkeiten, somit verbringe ich die Zeit hier mit heißer Schokolade im Internet-Cafe und Harald staehlt seinen Koerper im Fitnessstudio gegenueber ;-)

Bussi und Baba,

Karin & Harald

@ Sylvia: wir wuenschen dir und Fred eine ebenso schoene Reise wie wir sie haben!!! Passt’s auf euch auf!

Kategorien Kanada

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Hallo, ich bin Karin, ein Kind der Achtziger, leidenschaftliche Teilzeitweltenbummlerin & Hobbyfotografin, und wohne da, wo eigentlich andere Urlaub machen, im schönen Wien :) Trotz der Liebe zu meiner Heimatstadt zieht es mich immer wieder in die Ferne.

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